Aqua vitae

Wie mit der Allchimie alles begann

Das Prinzip der Destillation ist schon seit langer Zeit bekannt. Den Ursprung, Stoffe mit unterschiedlichen Siedepunkten zu trennen, ist wahrscheinlich im alten Ägypten oder in Arabien zu suchen. Aus der Zeit der Hochkulturen an Euphrat und Tigris ist uns ein Relief überliefert, das deutlich einen Destillationsvorgang darstellt. Zwar ist er nicht mit der heutigen Technik zu vergleichen, aber dennoch kann die Erhitzung eines Stoffes und die Abkühlung des entstandenen Dampfes erkannt werden. Am Prinzip dieser Methode hat sich bis heute nichts geändert.


Damals wurde allerdings kein Trinkalkohol aus Wein oder anderen vergorenen Produkten hergestellt, sondern vielmehr Substanzen zur Heilung der damaligen Krankheiten erzeugt oder Elixiere gewonnen, welchen höhergestellten Frauen als Kosmetika dienten. Viele der Duftingredienzien in Parfumen oder anderen Produkten werden heute noch durch Destillation aus entsprechenden Rohstoffen hergestellt. Die Konstruktion der


Geräte ist allerdings in keinem Falle mit denen der ursprünglichen Geräte zu vergleichen. Es waren vielmehr einfache Konstruktionen, eingegrabene Töpfe über die an Stäben eine Haut gespannt war. Durch die Neigung dieser "Kondensationsfläche" lief das Kondensat, das aus dem Dampf der Flüssigkeit im Tonkrug aufstieg seitlich an der Haut ab und wurde mit einem weiteren Tongefäß aufgefangen. Als Heizquelle diente dabei die Sonne. Viele Darstellungen überlieferter Zeichnungen stellen darum einen steinernen Topf dar, in dessen Hintergrund die Sonne die Wärmequelle symbolisiert. Diese Art von Destillation verlief nur sehr langsam und hatte einen sehr niedrigen Wirkungsgrad. Man erhielt wenig Destillat mit einer sehr niedrigen Konzentration.

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